Warum manche Drohnen spät oder mit fehlenden Angaben erscheinen
Eine DJI-Drohne erscheint in einem Kilometer Entfernung, eine andere Drohne taucht erst auf, wenn sie fast über Ihnen ist — oder kommt ohne Pilotenstandort an. Oft liegt es nicht am Empfänger, sondern an der Remote ID der Drohne.
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Remote ID ist nicht gleich Remote ID
Jede Drohne, die Remote ID sendet, soll mit einem gewöhnlichen Smartphone lesbar sein, aus vernünftiger Entfernung und mit denselben Feldern. Die großen Marken machen das meist richtig. Außerhalb davon schwankt die Qualität stark — von billigen Drohnen und Nachrüstmodulen bis zu Eigenbauten. BlueMark, das Unternehmen hinter DroneScout, hat das 2024 untersucht und Produkte gefunden, die in den USA mit einer von der FAA akzeptierten Declaration of Compliance verkauft wurden und die Regeln trotzdem nicht erfüllten (die vollständige Analyse, auf Englisch). Eine akzeptierte Erklärung bedeutet, dass der Hersteller die Konformität erklärt hat; ein Beweis ist sie nicht.
Hier die Probleme, die wir am häufigsten sehen, und wie sie in DroneScout aussehen.
Schwacher Sender: Die Drohne erscheint erst aus der Nähe
Remote-ID-Sender haben eine Mindestsendeleistung. Manche Module senden laut ihren eigenen Funkprüfberichten mit etwa der Hälfte dieses Minimums oder weniger. Jede Halbierung der Leistung verkürzt die Empfangsentfernung im freien Gelände um etwa 30 % — und mit Bäumen und Gebäuden dazwischen um viel mehr.
In DroneScout: Die Drohne erscheint erst innerhalb weniger Dutzend Meter, mit niedriger Signalstärke (RSSI) selbst aus der Nähe, während andere Drohnen viel weiter entfernt auftauchen.
Schlechte Antenne: Die Drohne kommt und geht
Eine kleine, auf ein Modul gezwängte Antenne strahlt selten in alle Richtungen gleich gut ab. Manche Bauformen haben in bestimmten Richtungen tiefe Lücken, in denen das Signal nur einen Bruchteil seines Maximums erreicht. Wenn die Drohne sich dreht, verschwindet sie und taucht wieder auf.
In DroneScout: Zuletzt gesehen springt immer wieder zurück, und die Flugspur hat Lücken, obwohl die Drohne in Reichweite und in Sicht ist.
Fehlende Funkverfahren: Manche Empfänger sehen die Drohne nie
Die Regeln erlauben mehrere Funkverfahren: Bluetooth Legacy, Bluetooth Long Range, Wi-Fi Beacon und Wi-Fi NaN. Eine Drohne, die nur eines davon nutzt, ist für Empfänger unsichtbar, die genau dieses nicht unterstützen — und ein iPhone empfängt nur Bluetooth Legacy. Manche Module nutzen außerdem einen Bluetooth-Advertising-Typ, den der Standard nicht erlaubt und den manche Empfänger herausfiltern.
In DroneScout: Die Drohne erscheint auf einem Smartphone, auf einem anderen nicht. Das Feld Type in ihren Details zeigt, über welches Verfahren sie empfangen wurde. DroneScout Bridge empfängt alle Verfahren und gibt sie als Bluetooth Legacy weiter, das jedes Smartphone empfängt.
Falsche oder springende Position
Die FAA-Regeln verlangen, dass gemeldete Positionen auf etwa 30 m (100 ft) genau sind. Bei einem Testflug meldete ein Modul einen Startpunkt, der sich um mehr als 300 m verschob.
In DroneScout: Das Piloten- oder Startpunkt-Symbol wandert über die Karte oder liegt weit von der Stelle entfernt, an der die Drohne tatsächlich gestartet ist.
Leere oder ungültige Felder
Manche Felder bleiben leer, enthalten einen Platzhalter oder sind falsch formatiert:
- Keine Registrierungsnummer des Betreibers. In der EU, im Vereinigten Königreich und in Singapur Pflicht, vom Piloten aber oft nie eingegeben — die häufigste Lücke, die wir sehen.
- Kein Pilotenstandort. Nachrüstmodule senden statt der Pilotenposition den Startpunkt, was für sie erlaubt ist — manche senden aber keins von beidem.
- Eine Seriennummer im falschen Format oder eine Sitzungs-ID, die sich bei jedem Flug ändert, sodass man die Drohne schwer wiedererkennt.
- Keine Höhe oder der falsche Höhenbezug — die USA verlangen die geodätische Höhe (WGS-84), die EU die Höhe über dem Startpunkt.
- Kein Zeitstempel, sodass man nicht weiß, wie alt die Position ist.
In DroneScout: ein Warnzeichen statt des grünen Häkchens bei Compliant in den Details der Drohne und leere Felder im Tab Full. Ein Nachrichtentyp, dessen Paketzähler bei null bleibt, wird nie gesendet. Mehr: Remote ID der eigenen Drohne testen.
Nicht immer liegt es an der Drohne
Bevor Sie einer Drohne die Schuld geben, schließen Sie den Empfänger aus:
- DJI-Drohnen senden erst, wenn sie in der Luft sind, und nur in Ländern, in denen Remote ID Pflicht ist.
- Android begrenzt den WLAN-Scan auf etwa zweimal pro Minute, deshalb aktualisieren sich Drohnen, die nur Wi-Fi Beacon senden — wie DJI —, langsam. Siehe Mehr Drohnen sehen unter Android.
- iPhones können Bluetooth Long Range und WLAN-Remote-ID überhaupt nicht empfangen. Siehe Remote ID auf dem iPhone.
- Gebäude, Hügel und Körper blockieren das Signal; halten Sie das Smartphone hoch, im Freien.
Was Sie tun können
- Als Pilot oder Käufer: Fragen Sie, ob das Remote-ID-Modul unabhängig geprüft wurde, halten Sie die Firmware aktuell und stellen Sie sicher, dass Sie seinen Status vor dem Start sehen.
- Als Hersteller oder Bastler: Testen Sie Ihre Aussendung mit einem Empfänger im Feld, nicht nur auf der Werkbank — Remote ID der eigenen Drohne testen.
- Für alle: Erscheint eine Drohne spät und mit schwachem Signal, liegt es wahrscheinlich an der Drohne. Mit DroneScout Bridge sehen Sie jedes Funkverfahren, bis etwa 2 km.